Filterhalter Systeme

Filterhalter Systeme

In unserem aktuellen Video zum Thema Filterhalter, beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichen Filtersystemen und erklären weshalb ein System mit Filterhalter in den meisten Fällen besser ist als ein einfacher Drehfilter.

Was ist der Unterschied?

Bevor wir hier Vor- und Nachteile und technische Fakten aufzählen, sollte klar sein inwiefern sich denn Drehfilter und Filterhaltersysteme unterscheiden.

Drehfilter:

Hoya Circular Pol Filter

Drehfilter mit 77mm Durchmesser von Hoya

Drehfilter sind Filter die man sich direkt vor das Objektiv schrauben kann. Hierfür muss man einfach den Filterdurchmesser des Objektivs wissen, den dazugehörigen Filter kaufen und schon kann man damit fotografieren. Ein solcher Filter wird nämlich einfach in das Filtergewinde des Objektivs hineingedreht, weshalb kein weiteres Zubehör nötig ist. Dies bringt jedoch auch das Problem mit sich das man für jedes Objektiv die richtige Filtergröße braucht, was sehr teuer werden kann (z.B. kostet ein Hoya Polfilter mit 82mm ca. 85EUR). Einzige Lösung hierfür wäre das man sich einen größeren Filter kauft und mit der Hilfe von Adapterringen diesen auf kleinere Objektivdurchmesser anpasst. Theoretisch mag das gut klingen, aber die Adapterringe sind meist alles andere als lustig zu verwenden. Dies liegt daran das die Filtergewinde sehr klein sind, weshalb das rein- und rausschrauben von Filtern sehr schwierig sein kann. Es gibt viele Fälle bei denen Fotografen ihren Filter nicht mehr vom Objektiv herunter bekommen, dann muss oftmals sogar zur Zange gegriffen werden.

Filtersystem mit Filterhaltern:

Filtersystem mit einem Filterhalter (von XCSource)

Filtersystem bestehend aus Filterhalter (links oben), dem Adapterring (rechts oben) und dem Filter (unten)

Wegen der oben genannten Probleme mit Drehfiltern, haben verschiedene Hersteller Filtersysteme entwickelt. Die zwei größten Hersteller von solchen Systemen sind LEE und Cokin. Beide Systeme Funktionieren auf einem sehr ähnlichem Prinzip und verwenden auch die gleiche „Art“ an Filtern. Diese Filter sind rechteckig und haben meist eine Länge und Breite von 100mm oder 150mm. Aus diesem Grund können auch Filter verschiedener Hersteller in den verschiedenen Systemen verwendet werden. Ein Filtersystem besteht aus dem Filterhalter, dem Adapterring und dem eigentlichem Filter. Hierbei kann je nach Filterdurchmesser des Objektivs ein verschieden großer Adapterring verwendet werden. Daher kann das Filtersystem an jedes Objektiv angepasst und verwendet werden. Sobald der Adapterring aufs Objektiv geschraubt wurde kann der Filterhalter aufgesetzt werden, wo dann die rechteckigen Filter rein und raus geschoben werden. Hierbei ist es auch leicht möglich mehrere Filter übereinander zu verwenden und sogar Drehfilter können innerhalb eines solchen Halters verwendet werden.

ND Filter 100mm x 100mm von Haida

100mm x 100mm ND-Filter von Haida

Vor- und Nachteile

Beide Methoden haben gewisse Vor-und Nachteile, wobei auf Dauer ein Filterhaltersystem mit Sicherheit die bessere Wahl ist.

Vor- und Nachteile von Drehfiltern:

+ Unkompliziert
+ Kein Zubehör nötig
+ Erhältlich bei vielen Händlern
+ Zirkulare Polarisationsfilter möglich

– Man braucht für verschiedene Objektive verschiedene Filterdurchmesser (teuer)
– Schwer rauf und runter zu schrauben (bleibt oft stecken und fällt herunter)
– Vignettierung, vor allem wenn man mehrere Filter verwenden möchte (z.B. Pol + ND Filter)
– Keine ND Verlaufsfilter (z.B. für Sonnenuntergänge)

Vor- und Nachteile von Filtersystemen mit Filterhaltern:

+ Filter kann sehr schnell rein und raus geschoben werden
+ ND Verlaufsfilter möglich und leicht einstellbar
+ Man kann den Filterhalter schnell zwischen Objektive wechseln, auch welche mit anderen Filterdurchmessern (mit Adapterringen)
+ Man kann leicht mehrere Filter übereinander verwenden
+ Kaum Vignettierung da der Filter größer als das Objektiv ist
+ Man kann Drehfilter innerhalb des Filterhalters verwenden, auch in Kombination mit rechteckigen Filtern

– Braucht komplettes System um Filter zu verwenden (bestehend aus 3 Teilen)
– Gegenlichtblende kann nicht verwendet werden
– Erstanschaffung teurer (wenn man eines der Markenprodukte verwendet)

Filtersystem an der Kamera

Filtersystem an der Kamera (von vorne)

Filtersystem an der Kamera (von hinten)

Filtersystem an der Kamera (von hinten)

Fazit

Jeder der mit dem Gedanken spielt sich Filter für seine Kamera zu besorgen, sollte auf alle Fälle nicht gleich den erstbesten Drehfilter vom Elektronikfachmarkt holen. Langfristig gesehen ist ein Filtersystem die bessere Wahl. Man kann damit nicht nur schneller arbeiten, sondern es müssen auch nicht für jeden Objektivdurchmesser neue Filter gekauft werden.

Es muss auch nicht unbedingt das teure Markenprodukt von LEE oder Cokin sein, ein günstiger Nachbau wie unserer von XCSource (bei Amazon für ca. 20EUR erhältlich) tut es allemal.

Viel spaß beim Fotografieren!

Authored by: Daniel Waschnig

Mein Name ist Daniel Waschnig und ich bin ein Fotograf aus Klagenfurt am Wörthersee in Kärnten. Ich fotografiere hauptsächlich fashion, lifestyle und business Motive.

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